Seifeln, Spinnen, Färben, Stricken, Fotographieren, Kochen.....der Tag hat leider nur 24 Stunden

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Samstag, 25. Mai 2013

Hilfe, ich bin wollsüchtig

Eigentlich wollte ich hier mal wieder eine Seife zeigen, aber bei dem Wetter gehen nicht einmal die Hunde gern vor die Tür (sie sind nicht sicher , dass ihre schwarze Farbe wasserfest ist),  ich habe auch keine Lust meine schöne Erdbeer-Rhabarberseife im Regen zu fotographieren; aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und IRGENDWANN muss es doch besser werden.

Da berichte ich euch doch lieber von meinen haugemachten Problemen. Im Dezember 2012 hatte ich bei Ravelry die Gruppe "Stricken statt klicken" entdeckt. Eine tolle Idee die großen Wollberge, die sich ansammeln wenn man seit vielen Jahren handarbeitet sollten endlich abgebaut werden. In einer Gruppe geht so etwas doch viel besser, dachte ich jedenfalls. Es fing auch ganz gut an. Der Winter war kalt (das Frühjahr ist es auch), viele kleine Resteknäule wurden in Dickis (dicke Socken) zur weiteren Verwendung veredelt. Einige schon lange geplante Projekte endlich fertiggestellt, meine Statistik sah richtig gut aus und die wenigen kleinen Wolleinkäufe trübten das Bild nicht.

Januar 1062 g abgebaut
Februar 666 g abgebaut
dann kam ein kleiner Rückschritt
März + 311 g
dann ging es steil bergab bzw. bergauf
April  + 1170 g
Mai + über 3 kg

Bei jedem Gramm das dazu kam, gibt es eine schlüßige Erklärung: so kuschelig, genau meine Farben, ein Schnäppchen, wollte ich schon immer haben, brauche ich für mein Färbeprojekt und und und........
Fühlen köönt ihr leider nicht aber wenigstens schauen.


Meine Mutter bat mich vor ein paar Tagen für meinen Vater doch ein paar Socken zu stricken. Das konnte ich natürlich nicht ablehnen, sie gab mir sogar ein Knäul Sockenwolle (ich habe ja nicht genug ;O))
Ich war versucht zu sagen, dass die Agenda 2020 bereits steht und keine Kapazitäten frei sind, aber das mochte ich dann doch nicht tun, alte Herren sollten doch warme Füße haben. Ein paar Socken werde ich wohl noch dazwischen  quetschen, unter Druck strickt man hoffentlich schneller.

Zum ersten Mal habe ich mit Blauholz gefärbt, eine schöne Farbe.



So ich gehe jetzt wieder an meine Nadeln und schaue dabei NICHT das Endspiel an.

Uns allen noch ein verregnetes Wochende und besseres Wetter ab der nächsten Woche.





Andrea




und ab jetzt wird gewollfastet!

Wer Adressen von Selbsthilfegruppen kennt, bitte melden!

Dienstag, 30. April 2013

Walpurgisnacht

eigentlich wollte ich heute in den Mai tanzen am besten mit dem Besen auf dem Blocksberg, aber nach einem langen Tag mit Hacke und Spaten im Garten fehlt mir selbst zum Sieden einer Hexenseife der Elan, der Püri würde mir wahrscheinlich aus der Hand fallen.
Da berichte ich euch so ein bißchen was ich die letzten Wochen so gewerkelt habe und dann kann der Mai starten oder ausschlagen oder was immer er will.

Nach Jahrzehnten in denen ich nur KIndersachen, Socken, Stulpen und höchstens Tücher gestrickt habe, hat mich das Stricken nur für mich gepackt. Die letzten Pullover für mich habe ich gestrickt, als Wolle noch häufig aus Polytierchen gefertigt wurde. Über Weihnachten hat mich einer meiner Töchter dankenswerterweise sehr gründlich vermessen, da konnte ich mir jetzt eine Tunika genau auf meinen Luxuskörper stricken (für die Seifensieder- Venus von Willendorf-).  Die Anleitung gibt es bei Ravelry



Gefärbt hatte ich die Wolle mit Rotholz, Krapp und Sandelholz.

Übrigens bildet Stricken genau wie Seife sieden ungemein, ständig lerne ich neue englische Vokabeln.
amply dimensioned = üppig ausgestattet = reichliche Oberweite
die Vokabeln waren mir bisher nie begegnet.

Jetzt gibt es noch ein paar Bilder von Gustav, der inszwischen 11 Monate alt ist und ein richtiger Mopsmann mit 34 cm Schulterhöhe und 9,5 kg Gewicht. Sein zweiter Vorname ist sicherlich RÜDIger, so wie er überall markieren muss.



ein echter Waldmops kann auch vorstehen

wie man sieht, hier ist noch sehr viel erzieherische Arbeit nötig

ich wünsche euch allen einen wunderbaren 1. Mai


Andrea


Dienstag, 2. April 2013

Warten und Hoffen

und das Naseputzen nicht vergessen. Über die Ostertage hat uns eine akute Rüsselseuche ziemlich lahmgelegt. Aber langsam geht es wieder aufwärts und heute haben wir mit den Hunden eine schöne Runde im Sonnenschein gedreht. Damit mit uns der scheußliche Ostwind nicht so ärgert sind wir im Wald unterwegs gewesen und an windgeschützten Stellen konnte man tatsächlich schon den Frühling spüren. die Sonnenstrahlen wärmen und vielleicht sollte ich meinen Sonnenschutz bereitstellen. Vom Winterende zur ersten Sonnenallergie ist nur ein kleiner Schritt.

Bei uns hat  krankheitsbedingt nicht viel stattgefunden. Nur ein paar Strickereien sind fertig geworden, Stricken kann ich tatsächlich auch mit laufender Nase und Husten.


Seit langer Zeit mal wieder ein größeres Teil für mich. Ich habe mich vorher von einer Tochter sorgfältig vermessen lassen, damit es auch an allen Ecken und Kanten Beulen und Kurven gut sitzt.
Sie sieht ein bißchen aus wie eine Nachtwachenstrickjacke, aber egal. Die Wolle (100%) war ein echtes Schnäppchen keine 15 €. bei http://www.wolllust-schurwollversand.de/index.shtml

und da ich unbedingt noch Wollberge abbauen will/muss habe ich aus den Filzwollresten noch eine Tasche gestrickfilzt.


eine schöne Restwoche
Andrea







Donnerstag, 21. März 2013

FRÜHLINGSERWACHEN

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß d o c h Frühling werden. Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.
Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.
Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.
Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.
Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.
Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß d o c h Frühling werden..

Emanuel Geibel (1815-1884)




Nein, leider ist von den Buschwindröschen noch kein Blatt zu sehen, aber heute Morgen beim Gang mit den Hunden haben die Buchfinken und Meisenherren mit großem Elan ihre Liebeslieder geschmettert und an meiner Hecke stecken doch tatsächlich die Kaiserkronen ihre Köpfe 15 cm aus der Erde.

Heute jährt sich zum 124 Mal der Geburtstag meiner Urgroßmutter Catherine Gerken und obwohl ich nur wenige Erinnerungen an sie habe, spielt sie gerade um diese Zeit immer eine Rolle bei der Gartenarbeit.
Ein stehender Begriff  bei Mutter und Oma ist und war immer: " Am 21. März hat Oma Gerken Geburtstag, da muss der Garten fertig sein!!!"
Fertig, das heißt alles abgeschnitten, altes Laub entfernt, geharkt, dicke Bohnen gelegt, Stiefmütterchen verpflanzt und und und.........
Also dieses Jahr ist das nicht mehr einzuholen und wenn ich über meinen Bildschirm hinweg nach draußen schaue sehe ich dicke Flocken vom Himmel fallen.
Liebe Uroma sicher hat es solche Märztage auch schon früher gegeben und vielleicht hast du das Gedicht von Emanuel Geibel auch in der Schule gelernt wie die alte Dame die es mir aufsagte.
Halten wir uns also an die Hoffnung:
ES MUSS DOCH FRÜHLING WERDEN



eine hoffende und wartende
Andrea


P.S: Gestern habe ich die ersten Kater singen jaulen hören, die Produktion der Maikätzchen ist also gesichert.

Montag, 18. März 2013

Was seht ihr?

Richtig ihr seht NICHTS oder jedenfalls nicht viel. Auf jeden Fall nicht meine Oster/Frühlingsdeko, denn die ist unter einer Schneedecke versteckt.
Ich hoffe sehr, dass dies das letzte Mal für dieses Frühjahr war, aber die Chancen für weiße Ostern stehen immer noch recht gut.
Die Hunde stört der Schnee natürlich gar nicht, aber die Hühner sind angesäuert.





selbst das Blechhuhn schaut nicht begeistert

Geseifelt wurde auch wieder einmal. In diesem Jahr habe ich einige Hochzeiten von Frischgrün über Rubinrot bis ganz besondere Eiserne, die ich mit Seife beschenken möchte, also muss ich ein paar Testläufe machen.
(und ich mache sie natürlich gern)

Rechts: ein 25er Rezept mit
Kokos, Olive, Schmalz, Soyaöl und Seide
PÖ Victorian rose + Baby cotton
+ Pigment Brilliant rosa

Hier eine vegane Version mit
Palm-, Soya-, Oliven-, Kokos- und Walnussöl, Bienenwachs und Hafermilch
beduftet mit PÖ White Tea + Green Tea
Pigmente Maigrün und Gold


Die Silikonherzen sind mit den Resten gefüllt worden, sie haben auch prima gegelt und ließen sich problemlos ausformen.

Einige Teile sind inszwischen auch fertig geworden. Für meine Hausbesuche wollte ich mir eine Tasche filzen, sie sollte DinA 4 Format haben das hat nicht ganz so geklappt.
Jetzt habe ich sie etwas aufgebrezelt und finde sie super.

Sie hat so einen Hauch von 70er Jahre.

Das Tuch "Nightfall Ruffles"
entstanden aus diesem Knäuel selbstgefärbter Sockenwolle von Zitron


Eine besondere Freude kam mir gestern mit einem Foto ins Haus.
Zu Weihnachten hatte ich ein Seifenpaket nach Frankreich geschickt, für die zukünftige Schwiegertigerfamilie meiner Tochter. In Südfrankreich hat man diese Berührungsängste mit Seifen wie bei uns häufig anzutreffen nicht, da geht die Seife gleich mit in die Dusche und das erfreut das Herz des Seifensieders.
Bei den Seifen war auch eine aus der Katzenform von MWM, da ich wusste das bei ihnen ein Haustiger lebt.

ist das nicht ein hübsches Paar ♥



ich wünsche euch allen eine schöne Woche, mit viel Sonnenschein und wenig Schnee und trotz Wintereinbruch werde ich mich jetzt dem Frühjahrsputz widmen



Andrea


 

Dienstag, 12. Februar 2013

HELAU es gibt Käsekuchen

um das gleich klarzustellen, ich habe mit Karneval  und Fasching nicht viel am Hut. Von Geburt an eben ssssssteifer Bremer, aber wenn schon Veilchendienstag ist, dann eben Helau (oder muss es Allaf heißen?).

Ich wollte euch nur meine Bäckergesellen zeigen.

wie gesagt es gibt Käsekuchen

und wenn ihr gern Karneval feiert, dann viel Spaß dabei und friert mir nicht ein beim Umzug.




Andrea



 

Donnerstag, 7. Februar 2013

Was gibt es Neues ?

Seit sechs Wochen habe ich nichts gepostet, so gut wie nichts kommentiert und nur auf die schnelle mitgelesen, das muss jetzt mal wieder anders werden. Dann gibt es heute einen all inclusive Post.

Damit man merkt, dass das hier als Seifenblog begonnen hat, fange ich mit der Seife an.


Wenn ich ein Motto hätte für 2013, wäre es "Abbau von Lagerbeständen" . Also musste als erstes die eingefrorene Ziegenmilch dran glauben, das sind die Ziegen und Schafe in Gesellschaft der wohlgenährten Dame. Nur Mandelöl und Kokos mit etwas Rhizinus, dazu Ziegenmilch, Salz und das PÖ "Hafer+Milch+Honig".
Es sieht ein bißchen aus wie Butterstücke, duftet aber lecker, ich mag den Duft sehr.
Die kleinen Gästeseifenherzen sind ein Experiment, evtl. kann ich dieses Jahr Seifen für eine Hochzeit sieden und da muss man vorher ein paar Testläufe machen.
Sie sind jedenfalls wie erhofft schneeweiß geblieben.
50% Olive
30% Mandel
20% Kokosöl
mit Pö Japanese Gapefruit.

Ich hatte schon mehrmals den Bügelswirl vom Friesenfan probiert, aber bei mir hat es nie so schön geklappt. Mit diesen Seifenleimen hätte es etwas werden können, aber jetzt war ich natürlich nicht vorbereitet. Der Leim blieb solange flüssig da wäre Zeit genug für Experimente gewesen, merke ich mir jetzt einfach für das nächste Mal.

Dann ging es gleich weiter mit dem Abbau des Lagers, bei RAVELRY in der "Stricken statt Klicken" Gruppe werden gemeinsam dicke Socken aus Resten gestrickt und Reste habe ich nach 30 Jahren Stricken reichlich (könnt ihr auch  nichts wegschmeißen, weil man es noch brauchen könnte?)
In diesem Fall hat sich das Behalten gelohnt, ich habe drei paar neue dicke Socken und für den Göttergatten sind auch noch welche in Arbeit.




Vor ein paar Tagen habe ich in einer Zeitschrift über das EMPTY-NEST-SYNDROM gelesen, das Eltern hart erwischt, wenn der Nachwuchs flügge geworden ist und das Nest leer.
Besonders gefährlich ist es, so meinten die Autoren (übrigens alles Männer) sollten die Mütter sich gerade in den Wechseljahren befinden. Dann könnte es passieren dass sie mit ihrer Unzufriedenheit die Männer aus dem Haus und in die Pfoten Hände einer Jüngeren treiben.
Ich wusste es, oder wer ist dieses junge Mädchen, die ständig mit MEINEM Mann in den Wald fährt?

Luzie Seifenpfote
Derweil sitze ich zuhause und erfreue mich an anderen Dingen und natürlich an Gustav, obwohl er meist auch mit Begeisterung mit in den Busch fährt, er ist eben ein echter Waldmops.


Inszwischen fülle ich das leere Nest. Meine Spinnradherde hat sich vergrößert, ein KIWI ist bei uns eingezogen und eine Schneiderpuppe (leider nicht mit meinen Traummaßen)
bevölkern die leeren Kinderzimmer.
Die schönen Kochlöffel habe ich übrigens geschenkt bekommen, die warten jetzt auf die Wollfärbesaison im Garten.
Von einem besonders schönen Erlebnis möchte ich auch noch berichten. Sicher wissen einige von euch, dass ich mein Geld für die Seifenzutaten und die Wolle in einer Sozialstation verdiene. Viele meiner meist älteren Klienten (Patienten sagt man nicht mehr und Kunden finde ich fürchterlich) interessieren sich für die Seifensiederei und erzählen mir auch von ihren Erinnerungen besonders aus den Kriegs- und Nachkriegszeiten, als auf vielen Höfen aus Schlachtabfällen und ähnlichem Seife gekocht wurde.
Sie sind dann ganz begeistert, wenn sie von mir ein Stück Seife zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekommen.
Jetzt hat man mich eingeladen zum Treffen der Fauenhilfe zukommen und dort zu erzählen wie man heute selbst Seife siedet. Die Frauenhilfe ist ein sehr alter dörflicher Verein, früher haben die Frauen dort eingezahlt und wurden bei Krankheit oder im Kindbett dafür gepflegt. Bei uns war das tatsächlich der Vorläufer der Sozialstation.
Geblieben ist heute noch ein monatliches Treffen mit Kaffee und Kuchen, Singen und Besuch des Pastoren.
Für unsere ländliche Gegend ist es für viele das Highlight des Monats, das Durchschnittsalter der Damen liegt sicher bei 80 Jahren.
Jedenfalls ist das Interesse und die Neugier der Damen  richtig herzerwärmend , ich werde danach sicher davon berichten

Zum Abschluß bekommt ihr noch ein Foto, als Vorgeschmack auf den Frühling, Trotz Schnee und hagel lag gestern schon ein Hauch davon in der Luft.

Scilla mischtschenkoana
Unter unserer Buchenhecke blühen die ersten Zwiebeln.





Andrea