Seifeln, Spinnen, Färben, Stricken, Fotographieren, Kochen.....der Tag hat leider nur 24 Stunden

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Freitag, 3. Februar 2012

Waldschrat.....oder endlich wieder Seife

Erst einmal möchte ich mich bei euch für die vielen, lieben Kommentare zum Verlust unseres Bosse bedanken. Nicht jeder versteht den Schmerz, den man auch beim Verlust eines Tieres empfindet und umso tröstender ist der Zuspruch von Menschen die mitfühlen können.

Jetzt zum Waldschrat, was ist ein Waldschrat? Wer einen zuhause hat, weiß es; anderen kann man es nicht vermitteln. Also wenn ihr das Wort nicht kennt lest einfach weiter, dann bekommt ihr vielleicht eine zarte Ahnung davon, leider gibt es ja kein Duftinternet.
Vor einigen Wochen bekam ich von REA zwei Birkenteerhexen geschenkt, zwei wunderbare Haarseifen mit lieblichem Birkenteeröl. Herr Seifenpfote war hellauf begeistert und konnte es gar nicht abwarten sie zu testen. Ich musste ihm auch gleich versprechen, auch so eine wunderbar duftende Seife zum Duschen zu sieden. Als brave Ehefrau ist sein Wunsch mir natürlich Befehl und ich habe nicht lange gezögert. Meine Idee war dann den "zarten" Birkenteerduft mit weiteren ÄÖ's zu unterstützen. Im Glas klappte es auch recht gut , in der Seife bin ich mir nicht so ganz sicher.

Das ist er nun ein "Waldschrat" für den Waldschrat:


Reiskeim-, Raps-, Kokosöl, Rindertalg,
Sonnenblumen- und Rizinusöl
mit etwas Pelose Heilschlamm und
ÄÖ's Bergamotte, Birkenteer,Sandelholz,
Lavandin und Canangaholz
Die Überfettung läßt sich nicht mehr ermitteln, da ich einen Kurzbesuch von Klaus Kobold in der Seifenküche hatte, sicher weit oberhalb von 7%. Das wird die Waldschrathaut dann sehr schön pflegen.

Es sind richtig dicke Klötze geworden, für große Männer(Waldschrat)hände
Ihr müsst jetzt aber kein Mitleid mit mir haben, einWaldschrat im Haus hat nicht nur Nachteile. Er verbringt zwar viele Stunden im Wald, belegt die Gefriertruhe mit speerigen Fleischstücken, lagert ein Equipment im Haus das jede paramilitärische Truppe gut gebrauchen könnte und fährt so viel Mais im Kofferraum spazieren, dass ganze Heerscharen von Mäusen davon leben könnten, aber verhungern müssen wir nicht (für Vegetarier nur bedingt gültig, allerdings sammelt mein persönlicher Schrat auch sehr gern Pilze).
Was bei diesen Wetterverhältnissen ganz besonders positiv zu werten ist, der Waldschrat hat einen ausgeprägten Holzsammeltrieb. Das heißt ich kann aus dem Vollen schöpfen, sauber gespaltenes und gestapeltes Holz, Anmachholz in handlichen Säcken, alles liegt für mich bereit.

Übrigens was macht man bei diesem Wetter an einem freien Tag. Ganz klar man taut die Hundetruhen ab. In diesen Truhen befinden sich keine eingefrorenen Hunde, wie man vielleicht vermuten könnte, sondern Futterfleisch für die Hunde, wichtige Artikel der Hundeausbildung z. B. Rinderblut, grüner Pansen in Minibelohnungsstückchen, eingefrorene Marder und andere interressante Dinge. Eine Schublade habe ich für mich reserviert und da fand sich noch ein Beutel eingefrorene Ziegenmilch. Das war ein Wink des Schicksals. Die Ziegenmilchseife steht jetzt in Einzelförmchen in einer Kiste vor der Tür und ich mache mir Hoffnung, dass sie sehr schön weiß vor lauter Frost wird.


Also macht wie ich das Beste aus dem was ihr habt und friert nicht ein oder sucht euch einen eigenen Waldschrat oder Schrätin.     





Andrea



 





Samstag, 12. März 2011

Schweinesonne

Nachdem ich einige Wochen nicht gesiedet habe und der Kleine Seifenschieber Großbritannien am Horizont sein Nahen ankündigte, wollte ich mich sozusagen erst einmal wieder in Stimmung bringen.
In meinem Kopf hatte ich schon lange eine Seife extra für meinen Göga. Als Jäger hat man ja bei Vollmond nicht viel Zeit für seine Gattin, da muss er sich im Wald einen kalten Popo holen und den Wildschweinen auflauern..
Ich kann dann in dieser Zeit in aller Ruhe Lauge anrühren, im ganzen Haus Siedezutaten verteilen, über Rezepten brüten und wenn die Seife fertig ist und schläft kommt er nach Hause. Leider klappt das nicht immer so, kürzlich kam er schon nach einer Stunde mit stolzgeschwellter Brust und einem Schwein im Kofferraum zurück; so schnell war ich natürlich nicht.
Jäger nennen den Vollmond auch Schweinesonne, da stand der Name schon fest. Außerdem wollte ich Wildschweinschmalz und viele heimische Öle, wenn möglich mit Bezug zu den Wildschweinen verseifen.
Beim Duft dachte ich erst an den klassischen Waldduft, habe mich dann aber anders entschieden und eine "wilde" PÖ- mischung verarbeitet.
Die Einleger hatte ich schon im letzten Jahr gesiedet und mit Annatto mondgelb gefärbt. Enthalten sind Wildschweinschmalz, Raps, Kokos, Sonnenblume, Maiskeim, Weizenkeim und Rizinusöl.
Passend zum Thema war das Einfüllen in die Plastikröhrchen eine echte Ferkelei.

Wildschweinschmalz, Raps, Kokos, Haselnuss, Sonnenblume,
Maiskeim, Rizinus, Stearinsäure  ÜF 7%
Die oberste Schicht mit Indigo und PÖ Soft leather
eine Goldader für die Mondstrahlen
dann DC Fichtennadelgrün und PÖ Tabak
mein Göga raucht im Wald Zigarre, dann weiß er woher der Wind weht
dazwischen eine Holzkohlenader
unten PÖ Spellbound woods, das sich eigentlich braun verfärben sollte,
es aber nur bis etwas angeschmuddelt schaffte.
jetzt heißt die Seife eben 
"Schweinesonne über geschlossener Scheedecke "
Spellbound woods = Zauberwald
Wer aus einem Jägerhaushalt kommt, kann das sicher verstehen im Wald ist alles anders, eben verzaubert.
Sagt ein Jäger:" In zwei Stunden bin ich zurück." heißt das , es dauernd mindestens 3 Stunden, denn im Zauberwald hat eine Stunde 90 Minuten.
Heißt es: " Wenn es dunkel wird, bin ich zurück!"
Noch schwieriger, im Zauberwald kann das Licht durch die vielen Bäume nicht nach oben entweichen,
daher bleibt es dort deutlich länger hell, als bei mir vor der Haustür.

Jeder Mond hat natürlich auch eine Rückseite, die ist dann für Seifensieder geeignet

Die Neumondseife



Andrea

Sonntag, 3. Oktober 2010

Tierische Experimente oder heimische Ressourcen nutzen

Wenn ich auch kein Hundefett verarbeiten möchte (siehe August 2010), was hält mich davon ab andere Fette auszuprobieren. Als Hundehalter hat man gute Beziehungen zum Schlachter des Vertrauens und als Jägersgattin findet man die Verarbeitung von Wildschweinen auch normal.
Seife mit einem Bezug zur Jagd ist auch gleich viel besser als Geschenk für andere Jagdgenossen geeignet.
Je nach Ausrichtung des Beschenkten, betone ich auch gern den ökologischen Aspekt der wilden, tierischen Fette. Kurze Transportwege, Nutzung sonst verworfener Materialien, geringer Energieverbrauch bei der Gewinnung und, und, und das sind doch schlagkräftige Argumente.

links oben angefangen im Uhrzeigersinn
Wildschwein im Erdbeerbeet
Verseiftes Wildschweinschmalz 27%
Raps-, Palm-, kokos-, Sonnenblumen-,
Traubenkern-, Rizinusöl
Pigment, Duftöl  Erdbeer smoothie


Für Freunde in Frankreich hatte meine Tochter den Namen übersetzt
"sanglier dans un paterre de fraise"
hört sich doch viel edler an.

Grüner Drache  ÜF 6%
 Verseiftes Wildschweinsschmalz 27%
Raps-, Sonnenblumen-, Weizenkeim-, Kokos-, Rizinusöl,
Bienenwachs,
frischer Salbei, Spirulina,, Salz,
Duftöl  Peppermint twist

Wildes Maiglöckchen ÜF 7%
 Verseiftes Wildschweinschmalz 30%,
Reiskeim-, Kokos-,  Palm-, Rizinusöl,
Sheabutter, Buttermilch,
Duftöl Maiglöckchen


 Der grüne Drache gehört zu meinen Lieblingen, durch das Bienenwachs ist er sehr formstabil. Spirulina gibt eine hübsche Farbe und der Schaum ist schön cremig.

Silberrückenseife  und die Lady in grey ÜF 7%

Verseifter Rindertalg 55%,
Kokosnuss-,Soja-, Traubenkern-, Rizinusöl,
Pflanzenkohle, Duftöl silver shadow

Durch die Farbe und den Duft besonders geeignet für ältere Herren mit grauen Schläfen, bei den Menschenaffen Silberrücken genannt.


Seife mit tierischen Fetten  ist sicher nichts für Vegetarier und/oder Veganer, für alle  Anderen  aber durchaus eine Alternative. Sicher werden sie das Olivenöl etc. nicht aus meiner Seifenküche verdrängen, aber ich werde sicher immer wieder einmal damit seifeln.