Seifeln, Spinnen, Färben, Stricken, Fotographieren, Kochen.....der Tag hat leider nur 24 Stunden

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Sonntag, 15. April 2012

Vandalismus oder öffentliche Möbelkammer

Seit einigen Tagen bemerke ich, dass meine Gartendeko unter Angriffen zu leiden hat, besonders die Filzartikel sehen recht zerfleddert aus. Heute Morgen konnte ich einen Schuldigen erwischen, leider gibt es kein Tatortphoto. Eine Tannenmeise pickte voller Elan am Filz und zog dann mit einem Faden ab.


Vielleicht erinnern sich einige von euch, dass wir zur Spezies der Vermieter gehören. Die Erklärung meines Mannes war also: Wer soviele Wohnungen vermietet, hat auch dafür zu sorgen, dass sie möbeliert werden können. Dekobanausen, alle zusammen!
Sogar mein schönes selbstgetöpfertes Vogelhaus ist umfunktioniert worden, zu einer öffentlichen Bedürfnisanstalt. 
Das hat es doch nicht verdient, auch wenn die Raumaufteilung zugegebenermassen suboptimal ist.


Die ersten schönen Tage habe ich genutzt, um Solarfärbungen auszuprobieren, gut dass man grosse Weckgläser im Haus hat. Angesetzt mit Brennesseln, Zwiebelschalen und Schöllkraut, alles Pflanzen die in einem "Ordentlichen" Garten natürlich zu finden sind. ( Nicht jeder erntet soviel Hühnerfutter im Garten wie ich) und weil es so entspannend ist, habe ich die Luvotex- Saürefarben auch gleich getestet.


Ich werde euch dann von meinen Ergenissen berichten.

Andrea

einen schönen Sonntag wünsche ich euch allen und
übrigens im Keller schläft auch neue Seife 





Mittwoch, 11. April 2012

Frühling lässt sein blaues Band ......

Gedichteschieber im Seifenforum, das ist immer wieder spannend, aufregend, manchmal auch frustrierend aber immer wieder auch überraschend und anregend.

Er ist's
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
—  Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab' ich vernommen!

Eduard Mörike
(Erstdruck 1828)


Frühling lässt sein blaues Band…….

Nun ja bei mir hatte es sich  mit der Leichtigkeit des Frühlings  sehr schnell relativiert, irgendwie ging gar nichts. Ich bin wohl nicht die Frau für zarte Marmorierungen, so wie ich sie mir vorgestellt hatte. Die erste Seife duftete zwar sehr schön nach Veilchen aber leider beinhaltete sie einige Laugennester und durfte eine Reise in die Tonne antreten. Mein zweiter Versuch ist wenigstens frei von Kristallen aber dafür hat sich der Duft „Bluebells“  bis auf einen Hauch verflüchtigt.

Rezept

Raps-, Palm-, Kokos-, Mandel- und Aprikosenöl , ÜF 6%
Ultramarinblau, PÖ Bluebells von SP


Als Entschädigung für den verflogenen Duft gab es eine Badepraline dazu , beduftet mit PÖ LIlac von SP.
Sagen wir mal so was die Seife zu wenig hat , hat die Badepraline zuviel.

Also der gute Wille war da, allein es fehlten die Fähigkeiten  ;-)


Faszinierend finde ich auch, dass so ein Gedichteseifenschieber tatsächlich auch zum Dichten verführt

Der Frühling ist ganz ungeniert
Heut' zu mir hereinspaziert.
"Er ist's, er ist's!" rief ich und: "Schau!
Sogar sein flatternd' Band ist blau!"
 
dies schrieb miscellanea 
unsere Schieberorganisatorin um zu vermelden , dass das Päckchen angekommen war.

 
Andrea

Für alle, die nicht aus dem Seifenlager kommen ein kleine Erläuterung.
Bei einem Seifenschieber verabreden sich meist 5-6 Sieder jeweils eine Seife zu einem vorher abgesprochenen Thema zu sieden. In diesem Fall ging es um Gedichte, aber wir hatten auch schon Weihnachtsliederschieber, Romanschieber, Stilepochen-, Musikschieber, (fast) alles ist möglich.
In einem vorher festgelegtem Zeitrahmen sammelt dann jeder einzelne Ideen, siedet die Seife und verschickt sie nach der nötigen Lagerzeit an seine Mitschieber.

Samstag, 24. März 2012

Machst du jetzt etwa keine Seife mehr?

Das wurde ich schon  gefragt, wenn ich von meinen wolligen Experimenten erzählt habe. Keine Angst, es gibt auch weiterhin Seife & Co.. Meine Lagerkapazitäten sind zur Zeit ziemlich ausgereizt, da bin ich froh den Seifensiedervirus mit einem anderen Fieber etwas in Schach halten zu können.
Damit ihr auch glaubt, dass es weitergeht, gibt es jetzt ein Bild der Ziegenmilchseife, die ich während der Frostperiode im Februar gesiedet hatte.


Trotz des einwöchigen Aufenthalt bei -10° hat ein Teil der Formen noch angefangen zu gelen. Aber weiter als bis zu einem zarten Beige hat sie es dann doch nicht geschafft.
Die Lauge bestannd zu 100% aus Ziegenmilch, auch wenn auf der einen Form definitiv ein Schaf zu sehen ist. Beduftet ist sie zum größten Teil mit "Milk" von GF, ein für meine Nase sehr passender Duft.

Die siedefreie Zeit habe ich, außer mit dem Arbeiten zur Geldbeschaffung, aber trotzdem produktiv verbracht und weiter an den Geheimnissen der Wollfärberei geforscht.

Sockenwolle 75/25 LL 420m
 Da nach Weihnachten ja vor Weihnachten ist, bin ich auch schon in die Geschenkproduktion eingestiegen, im Sommer wird die Zeit oft sehr knapp und wie wir wissen, steht das Weihnachtsfest dann plötzlich überraschend vor der Tür. Da sollte man vorbereitet sein.

Die ersten Socken aus meiner selbstgefärbten Wolle

Dies hübsche Model nennt sich Drachenschwanz, das passt doch!

so, jetzt gehe ich frühstücken und euch allen wünsche ich ein schönes, sonniges Wochenende

Bis bald ♥


Andrea






Freitag, 2. März 2012

im Farbenrausch

Wie ich schon berichtet habe, habe ich mir bei Andrea von  "die-fabelhafte-welt-der-seifenkunst" ein ganzes frühlingsfrisches Wollpaket schicken lassen. In diesem Paket war nicht nur die schöne Sockenwolle, sonder auch noch ein hübsches, selbstgenähtes Täschchen um meinen Strickstrumpf überall mitzunehmen und außerdem ein dickes Virenpaket. Wie das bei diesem Krankheitserregern so ist, mit bloßem Auge sind sie nicht zu erkennen und ehe man sich versieht, haben sie ihr Werk schon vollbracht. Man ist unheilbar infiziert und eine Linderung kann nur durch sofortiges, eigenhändiges Ausprobieren erreicht werden.

Zum Glück führen diese infektionen nicht zu Antibiotikaresistenzen, wenn auch der gesunde Menschenverstand wenigstens zeitweise außer Kraft gesetzt wird.

Mir ließ es jedenfalls keine Ruhe, ich musste es probieren.

ich wollte nicht bis zum nächsten Sonnenschein warten, daher lässt die Farbqualität zu wünschen übrig
Gefärbt habe ich mit Kool Aid, dem Getränkepulver aus Amerika, trinken würde ich es allerdings nicht für Geld und gute Worte. Die Farben und der Geruch sind mehr als gewöhnungsbedürftig.
Es sind jeweils 100g Sockenwolle LL 410m, 75% Schurwolle/ 25% Poliamid mit Superwaschausrüstung

Curt Cobain soll damit seine Haare gefärbt haben, nach meinen Experimenten kann ich es mir gut vorstellen.

Ob man leichter ins Nirwana kommt, wenn man Socken aus dieser Wolle trägt?
Wer weiß!

Ein Versuch mit verschiedenen "Geschacksrichtungen" von
Strawberry bis Cherry

Diese Wolle könnte auch "Abgekupfert" heißen, denn ein ähnlicher Strang  von Andrea
hatte meiner Infektion den letzten, nötigen Fieberschub gegeben.


Ganz schön bunt, aber wie einer meiner alten Klienten sagte:"Wenn der Kopf grau wird (bei mir natürlich silberblond), kann man an den Füßen auch auf Kakadu machen!"


Andrea


 

Sonntag, 26. Februar 2012

Heute lachte die Frühlingssonne

und ich konnte endlich meine Seife bei besserem Licht fotographieren.
Für mich, Mutter, Schwiegermutter, Gartenfreundinnen und für alle die Rosenseife lieben gab es ein Röschen.

Ein 25er Rezept mit Pfirsichkernöl als Überfettung (7%) , gefärbt mit Darkpink und Brilliantrosa.
Beduftet mit Baby rose  und English Rain.


Ein Vorgeschmack auf das kommende Frühjahr.



Andrea






Montag, 20. Februar 2012

Im Strickrausch

Ich komme so selten zum Posten, dass das hier wieder eine Zusammenfassung vieler Schnipsel wird.
Zur Zeit bin ich im Sockenwahn, ich brauche aber auch dringend neue Socken. Ich hatte es jetzt endlich mal geschafft mich bei ravelry anzumelden und bin gleich dem 12-Sockenprojekt beigetreten. Das heißt dieses Jahr darf/muss/sollte ich 12 Paar Socken stricken, wunderbar dann wird der Wollberg endlich etwas abgetragen. Oder auch nicht!? Ich bekam dann doch etwas Angst, ein Notstand könnte ausbrechen und ich sitze ohne ausreichend Wolle da. Dann stöberte ich auf Andreas wunderschönem Blog "von der wunderbaren Welt der Seifenkunst" und ich war gerettet.

leider werden meine Fotokünste ihrer Wolle gar nicht gerecht, schaut lieber auf ihrem Blog 
Jetzt habe ich diese schöne, kuschelige, frühlingsfrische Sockenwolle und muss nur noch entscheiden welchen Strang ich zuerst verstricke. Mein armer Göga musste gestern schon mit ausgestreckten Armen fernsehen, damit ich schon mal wickeln konnte. Aber er macht das, wenn vielleicht auch nicht sooo gern aber er trägt mit Vorliebe selbstgestrickte Stümpfe, allerdings lieber in etwas gedeckteren Farben. In unserer Familie werden die selbstgestrickten Socken übrigens von allen getragen und liebevoll "Vollkornsocken" genannt. Der Name stammt noch aus der Schulzeit meiner Kinder, als ich sie auf Kindergeburtstagen furchtbar geoutet habe. Es gab nämlich (Ausspruch einer anderen Mutter) schmutzige Nudeln!

Meine Januarsocken möchte ich euch auch noch zeigen, sie ist aus Dornröschenwolle und wärmt gerade meine Füße.
Wein & Rot mit Fantasiemuster

Im Seifenforum gibt es einen Thread "Woran merkt man, dass man Seifensieder ist?", da kann man herrlich über sich und seine Macken lachen. ich gebe euch mal ein Beispiel.
Wir waren auf einem Geburtstag und es gab super leckere, vegane Muffins. Alle Mitglieder meiner Familie sagten einstimmig. "Oh, was für tolle Seife!" und lachten sich kringelig.

Schaut selber!

und beim nächsten Post gibt es wieder Seife



Andrea








Freitag, 3. Februar 2012

Waldschrat.....oder endlich wieder Seife

Erst einmal möchte ich mich bei euch für die vielen, lieben Kommentare zum Verlust unseres Bosse bedanken. Nicht jeder versteht den Schmerz, den man auch beim Verlust eines Tieres empfindet und umso tröstender ist der Zuspruch von Menschen die mitfühlen können.

Jetzt zum Waldschrat, was ist ein Waldschrat? Wer einen zuhause hat, weiß es; anderen kann man es nicht vermitteln. Also wenn ihr das Wort nicht kennt lest einfach weiter, dann bekommt ihr vielleicht eine zarte Ahnung davon, leider gibt es ja kein Duftinternet.
Vor einigen Wochen bekam ich von REA zwei Birkenteerhexen geschenkt, zwei wunderbare Haarseifen mit lieblichem Birkenteeröl. Herr Seifenpfote war hellauf begeistert und konnte es gar nicht abwarten sie zu testen. Ich musste ihm auch gleich versprechen, auch so eine wunderbar duftende Seife zum Duschen zu sieden. Als brave Ehefrau ist sein Wunsch mir natürlich Befehl und ich habe nicht lange gezögert. Meine Idee war dann den "zarten" Birkenteerduft mit weiteren ÄÖ's zu unterstützen. Im Glas klappte es auch recht gut , in der Seife bin ich mir nicht so ganz sicher.

Das ist er nun ein "Waldschrat" für den Waldschrat:


Reiskeim-, Raps-, Kokosöl, Rindertalg,
Sonnenblumen- und Rizinusöl
mit etwas Pelose Heilschlamm und
ÄÖ's Bergamotte, Birkenteer,Sandelholz,
Lavandin und Canangaholz
Die Überfettung läßt sich nicht mehr ermitteln, da ich einen Kurzbesuch von Klaus Kobold in der Seifenküche hatte, sicher weit oberhalb von 7%. Das wird die Waldschrathaut dann sehr schön pflegen.

Es sind richtig dicke Klötze geworden, für große Männer(Waldschrat)hände
Ihr müsst jetzt aber kein Mitleid mit mir haben, einWaldschrat im Haus hat nicht nur Nachteile. Er verbringt zwar viele Stunden im Wald, belegt die Gefriertruhe mit speerigen Fleischstücken, lagert ein Equipment im Haus das jede paramilitärische Truppe gut gebrauchen könnte und fährt so viel Mais im Kofferraum spazieren, dass ganze Heerscharen von Mäusen davon leben könnten, aber verhungern müssen wir nicht (für Vegetarier nur bedingt gültig, allerdings sammelt mein persönlicher Schrat auch sehr gern Pilze).
Was bei diesen Wetterverhältnissen ganz besonders positiv zu werten ist, der Waldschrat hat einen ausgeprägten Holzsammeltrieb. Das heißt ich kann aus dem Vollen schöpfen, sauber gespaltenes und gestapeltes Holz, Anmachholz in handlichen Säcken, alles liegt für mich bereit.

Übrigens was macht man bei diesem Wetter an einem freien Tag. Ganz klar man taut die Hundetruhen ab. In diesen Truhen befinden sich keine eingefrorenen Hunde, wie man vielleicht vermuten könnte, sondern Futterfleisch für die Hunde, wichtige Artikel der Hundeausbildung z. B. Rinderblut, grüner Pansen in Minibelohnungsstückchen, eingefrorene Marder und andere interressante Dinge. Eine Schublade habe ich für mich reserviert und da fand sich noch ein Beutel eingefrorene Ziegenmilch. Das war ein Wink des Schicksals. Die Ziegenmilchseife steht jetzt in Einzelförmchen in einer Kiste vor der Tür und ich mache mir Hoffnung, dass sie sehr schön weiß vor lauter Frost wird.


Also macht wie ich das Beste aus dem was ihr habt und friert nicht ein oder sucht euch einen eigenen Waldschrat oder Schrätin.     





Andrea