Seifeln, Spinnen, Färben, Stricken, Fotographieren, Kochen.....der Tag hat leider nur 24 Stunden

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Montag, 20. Februar 2012

Im Strickrausch

Ich komme so selten zum Posten, dass das hier wieder eine Zusammenfassung vieler Schnipsel wird.
Zur Zeit bin ich im Sockenwahn, ich brauche aber auch dringend neue Socken. Ich hatte es jetzt endlich mal geschafft mich bei ravelry anzumelden und bin gleich dem 12-Sockenprojekt beigetreten. Das heißt dieses Jahr darf/muss/sollte ich 12 Paar Socken stricken, wunderbar dann wird der Wollberg endlich etwas abgetragen. Oder auch nicht!? Ich bekam dann doch etwas Angst, ein Notstand könnte ausbrechen und ich sitze ohne ausreichend Wolle da. Dann stöberte ich auf Andreas wunderschönem Blog "von der wunderbaren Welt der Seifenkunst" und ich war gerettet.

leider werden meine Fotokünste ihrer Wolle gar nicht gerecht, schaut lieber auf ihrem Blog 
Jetzt habe ich diese schöne, kuschelige, frühlingsfrische Sockenwolle und muss nur noch entscheiden welchen Strang ich zuerst verstricke. Mein armer Göga musste gestern schon mit ausgestreckten Armen fernsehen, damit ich schon mal wickeln konnte. Aber er macht das, wenn vielleicht auch nicht sooo gern aber er trägt mit Vorliebe selbstgestrickte Stümpfe, allerdings lieber in etwas gedeckteren Farben. In unserer Familie werden die selbstgestrickten Socken übrigens von allen getragen und liebevoll "Vollkornsocken" genannt. Der Name stammt noch aus der Schulzeit meiner Kinder, als ich sie auf Kindergeburtstagen furchtbar geoutet habe. Es gab nämlich (Ausspruch einer anderen Mutter) schmutzige Nudeln!

Meine Januarsocken möchte ich euch auch noch zeigen, sie ist aus Dornröschenwolle und wärmt gerade meine Füße.
Wein & Rot mit Fantasiemuster

Im Seifenforum gibt es einen Thread "Woran merkt man, dass man Seifensieder ist?", da kann man herrlich über sich und seine Macken lachen. ich gebe euch mal ein Beispiel.
Wir waren auf einem Geburtstag und es gab super leckere, vegane Muffins. Alle Mitglieder meiner Familie sagten einstimmig. "Oh, was für tolle Seife!" und lachten sich kringelig.

Schaut selber!

und beim nächsten Post gibt es wieder Seife



Andrea








Freitag, 3. Februar 2012

Waldschrat.....oder endlich wieder Seife

Erst einmal möchte ich mich bei euch für die vielen, lieben Kommentare zum Verlust unseres Bosse bedanken. Nicht jeder versteht den Schmerz, den man auch beim Verlust eines Tieres empfindet und umso tröstender ist der Zuspruch von Menschen die mitfühlen können.

Jetzt zum Waldschrat, was ist ein Waldschrat? Wer einen zuhause hat, weiß es; anderen kann man es nicht vermitteln. Also wenn ihr das Wort nicht kennt lest einfach weiter, dann bekommt ihr vielleicht eine zarte Ahnung davon, leider gibt es ja kein Duftinternet.
Vor einigen Wochen bekam ich von REA zwei Birkenteerhexen geschenkt, zwei wunderbare Haarseifen mit lieblichem Birkenteeröl. Herr Seifenpfote war hellauf begeistert und konnte es gar nicht abwarten sie zu testen. Ich musste ihm auch gleich versprechen, auch so eine wunderbar duftende Seife zum Duschen zu sieden. Als brave Ehefrau ist sein Wunsch mir natürlich Befehl und ich habe nicht lange gezögert. Meine Idee war dann den "zarten" Birkenteerduft mit weiteren ÄÖ's zu unterstützen. Im Glas klappte es auch recht gut , in der Seife bin ich mir nicht so ganz sicher.

Das ist er nun ein "Waldschrat" für den Waldschrat:


Reiskeim-, Raps-, Kokosöl, Rindertalg,
Sonnenblumen- und Rizinusöl
mit etwas Pelose Heilschlamm und
ÄÖ's Bergamotte, Birkenteer,Sandelholz,
Lavandin und Canangaholz
Die Überfettung läßt sich nicht mehr ermitteln, da ich einen Kurzbesuch von Klaus Kobold in der Seifenküche hatte, sicher weit oberhalb von 7%. Das wird die Waldschrathaut dann sehr schön pflegen.

Es sind richtig dicke Klötze geworden, für große Männer(Waldschrat)hände
Ihr müsst jetzt aber kein Mitleid mit mir haben, einWaldschrat im Haus hat nicht nur Nachteile. Er verbringt zwar viele Stunden im Wald, belegt die Gefriertruhe mit speerigen Fleischstücken, lagert ein Equipment im Haus das jede paramilitärische Truppe gut gebrauchen könnte und fährt so viel Mais im Kofferraum spazieren, dass ganze Heerscharen von Mäusen davon leben könnten, aber verhungern müssen wir nicht (für Vegetarier nur bedingt gültig, allerdings sammelt mein persönlicher Schrat auch sehr gern Pilze).
Was bei diesen Wetterverhältnissen ganz besonders positiv zu werten ist, der Waldschrat hat einen ausgeprägten Holzsammeltrieb. Das heißt ich kann aus dem Vollen schöpfen, sauber gespaltenes und gestapeltes Holz, Anmachholz in handlichen Säcken, alles liegt für mich bereit.

Übrigens was macht man bei diesem Wetter an einem freien Tag. Ganz klar man taut die Hundetruhen ab. In diesen Truhen befinden sich keine eingefrorenen Hunde, wie man vielleicht vermuten könnte, sondern Futterfleisch für die Hunde, wichtige Artikel der Hundeausbildung z. B. Rinderblut, grüner Pansen in Minibelohnungsstückchen, eingefrorene Marder und andere interressante Dinge. Eine Schublade habe ich für mich reserviert und da fand sich noch ein Beutel eingefrorene Ziegenmilch. Das war ein Wink des Schicksals. Die Ziegenmilchseife steht jetzt in Einzelförmchen in einer Kiste vor der Tür und ich mache mir Hoffnung, dass sie sehr schön weiß vor lauter Frost wird.


Also macht wie ich das Beste aus dem was ihr habt und friert nicht ein oder sucht euch einen eigenen Waldschrat oder Schrätin.     





Andrea



 





Donnerstag, 26. Januar 2012

Abschied

In letzter Zeit entwickelt es sich hier zu einem Hundeblog aber ich verspreche euch es kommen auch wieder andere Zeiten und neue Seifen. 
Heute möchte ich aber noch einmal von unserem Bosse schreiben, der am letzten Freitag von uns gegangen ist.
Bosse 23.06.1997 - 20.01.2012
Vierzehn Jahre, sechs Monate und achtundzwanzig Tage durfte er durch  diese Welt toben .
Er war erst ein Tag alt, als wir ihn ausgesucht haben und da er im Nachbardorf geboren wurde, konnten wir ihn von Anfang an mehrmals in der Woche besuchen.
Bosse war nicht nur Jagdhund sondern auch Zirkus- und Hausaufgabenhund für unsere Kinder.Sein Spieltrieb hat ihn auch bis zum letzten Tag nicht verlassen.
Wir wussten schon länger, dass seine Zeit bei uns sich dem Ende zuneigte, denn ein bösartiger Tumor auf seiner Hüfte wuchs immer schneller.
Solange er munter und guter Dinge war und das Fressen schmeckte blieb er bei uns, GsD hatte er  keine Schmerzen. Aber dann kam der Punkt an dem wir die Entscheidung für ihn treffen mussten, denn leiden sollte er nicht.

schon lange mit grauer Schnauze

Ich denke in den letzten Tagen oft an all die wunderbaren Hunde, die unser Leben in den letzten 30 Jahren begleitet und bereichert haben.
Angefangen hat alles mit einer alten Jagdterrierdame "Rina", die wir als Krankheitsvertretung versorgt haben und die uns auf den Geschmack gebracht hat.
Dann kam "Hanno" ein Jagdterrierrüde, der saß mit unserer ältesten Tochter im Laufstall immer nach dem Motto "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich".
Als Hanno von uns gehen musste, wollten wir erst keinen Hund mehr.
Aber nach einem Vierteljahr folgte "Nölles" ein JR-Terrier mit Zirkusqualitäten.
Dann kam "Anton", der fast 16 jahre bei uns war , ein echter Professor unter den Hunden. Ein Hund der fast Lesen und Schreiben konnte.
Anton und Bosse übernahmen elf Jahre lang gemeinsam den Wachdienst auf unserem Hof und waren immer ein wunderbares Team, Anton war der Chef und Bosse versteckte die Socken.
Dann kam mein Mops "Muck", dessen Todestag sich nächste Woche zum ersten Mal jährt und dessen Verlust immer noch schmerzt.
Jetzt tobt nur noch Luzie Seifenpfote durch Haus und Hof und bringt Leben in die Bude.

So schwer der Abschied auch jedes Mal ist, möchten wir doch keinen missen und sie werden immer einen Platz in unseren Herzen haben.




Andrea



Sonntag, 15. Januar 2012

....zwei Seelen sind in ihrer Brust....

Mein Sohn hat für ein Studienprojekt Bilder unserer Luzie Seifenpfote gemacht und ich finde da kommt ihr Charakter gut zur Geltung. Wach heißt bei ihr eben wirklich wach und selbst aus dem Schlaf ist sie in Bruchteilen von Sekunden voll da.



Sie sieht aus, als könnte sie kein Wässerchen trüben.
Als Welpe hat sie eine Spur der Verwüstung hinter sich hergezogen, langsam wird es besser.


Hier kommen ihre zwei Seiten gut raus, entweder auf Krawall gebürstet oder ein schlafender Engel.

Wenn ich aufzählen müsste, was in ihrem etwas mehr als zweijährigem Leben auf der Strecke geblieben ist, die Liste wäre lang. Mein Sohn meint, wir könnten sie ihr Futtergeld selbst verdienen lassen; sie könnte Produkttesterin beim TÜV Nord werden.

Mein Sohn kennt sich mit Produkttestung aus, er hat  vor 20 Jahren auch versucht in dieser Branche Fuß zufassen. GsD hat sich das verwachsen oder wurde durch erzieherischen Einfluß zurückgedrängt.
Ich habe also schon Erfahrungen mit der Erziehung von Krawallmonstern und das Erste das man dabei braucht ist GEDULD.




Euch allen einen schönen Sonntag, hoffentlich wieder mit Sonnenschein



Andrea


 



Dienstag, 3. Januar 2012

Kaschubisches Weihnachtslied von Werner Bergengruen

 Wärst du, Kindchen, im Kaschubenlande,
wärst du, Kindchen, doch bei uns geboren!
Sieh, du hättest nicht auf Heu gelegen,
wärst auf Daunen weich gebettet worden.

Nimmer wärst du in den Stall gekommen,
dicht am Ofen stünde warm dein Bettchen,
der Herr Pfarrer käme selbst gelaufen,
dich und deine Mutter zu verehren.

Kindchen, wie wir dich gekleidet hätten!
Müsstest eine Schaffellmütze tragen,
blauen Mantel von kaschubischem Tuche,
pelzgefüttert und mit Bänderschleifen.

Hätten dir den eig’nen Gurt gegeben,
rote Schuhchen für die kleinen Füsse,
fest und blank mit Nägelchen beschlagen!
Kindchen, wie wir dich gekleidet hätten!

Kindchen, wie wir dich gefüttert hätten,
früh am Morgen weisses Brot mit Honig,
frische Butter, wunderweiches Schmorfleisch,
mittags Gerstengrütze, gelbe Tunke,

Gänsefleisch und Kuttelfleck mit Ingver,
fette Wurst und goldnen Eierkuchen,
Krug um Krug das starke Bier aus Putzig!
Kindchen, wie wir dich gefüttert hätten!

Und wie wir das Herz dir schenken wollten!
Sieh, wir wären alle fromm geworden,
alle Knie würden sich dir beugen,
alle Füsse Himmelswege gehen.

Niemals würde eine Scheune brennen,
sonntags nie ein trunkner Schädel bluten, -
wärst du, Kindchen, im Kaschubenlande, 
wärst du, Kindchen, doch bei uns geboren!


Die Kaschuben sind ein westslawischer Volksstamm, der in Pommern im heutigen Polen ansässig ist. Auch heute noch pflegen sie ihre eigene Sprache und Tracht.
Werner Bergengruen schrieb den Text um 1937, er war gebürtiger Kaschube und sprach auch noch die kaschubische Sprache.

Das Weihnachtslied der Kaschuben hat mir schon immer gut gefallen, ich arbeite ja auch auf dem Land und viele meiner Klienten (Patienten sagt man nicht mehr) stammen aus der ländlichen Bevölkerung. Diese Lebenseinstellung  in dem Gedicht 
„ mit Fürsorge und gutem Essen, sind die meisten Probleme zu lösen „, findet man dort immer noch. Vielleicht ist diese Auffassung ja auch gar nicht so verkehrt, wer zusammen sitzt und isst, haut sich meist nicht mehr den Schädel ein.



Rezept

Wasser, Rindertalg, Kokosöl, Schweineschmalz, Raps,
NaOH, Sonnenblumenöl, Rizinus,       ÜF 7%

Ich habe ganz bewusst einem hohen Anteil  tierischer Fette  verseift, bzw. habe soweit möglich heimische Fette benutzt. Die Kaschuben waren/sind ein ländliches Volk und  haben ihre Schweine sicher nicht nur gebraten.

Blau : Ultramarinblau + PÖ Yuletide
Rot: Amaranth, fl. Rot + PÖ Mandelbisquuit
Weiß: PÖ Ingwer Souflee
Goldmica, Hafergrütze Zucker, Pigment Rot


Diese Form habe ich gewählt, weil ich das Beschützende der Kaschuben gegenüber dem Jesuskind darstellen wollte. Blau und Rot als kaschubische Hände oder Tracht und darin gehalten das unschuldige, weiße Kind.
Dann bekam die Seife den Mantel aus kaschubischem Tuch (die hatten damals auch schon Fleece), pelzgefüttert und mit Bänderschleifen.








Andrea

 

Weihnachtsliederschieber 2011

Der Weihnachtsliederschieber 2011 war besonders schön, die Seifen meiner Mitsiederinnen im wahrsten Sinne des Wortes Gedichte oder Lobeshymnen eine schöner als die andere.

alle wunderschön verpackt und gut duftend  

jede einzelne ein Schmuckstück
   Es war eine Freude sie auszupacken, die Erklärungen zu lesen und zu schnuppern.   





Samstag, 17. Dezember 2011

Adventsschnipsel


HEREINSPAZIERT
Ich habe mich hier in den letzten Wochen ziemlich rar gemacht, einfach zuviel Arbeitsstress. Da stöbert man noch mal auf einigen Blogs herum aber zum Posten reicht der Elan nicht mehr.
Darum gibt es jetzt eine geraffte Zusammenfassung der letzten Wochen, jedenfalls was die privaten Aktivitäten angeht, wenn ich mit meinen dienstlichen Angelegenheiten anfangen würde, Würde es wohl den Rahmen hier sprengen. 
Als erstes möchte ich alle neuen Leser begrüßen, ich freue mich auf eure Kommentare.


Schon im November gab es Familienzuwachs
Zwergwyandotten

Diese vier netten Damen sind bei uns eingezogen. Sie wollten sich nicht so gern fotographieren lassen, aber die wunderbaren Puschelpopos kann man gut erkennen.
Mit unserer Luzie gab es erst einmal längere Diskussionen. Sie war der Meinung. "Kenne ich nicht, da gelten die Regeln nicht!" Aber inszwischen habe ich sie davon überzeugt, dass die Neuen auch unter den Burgfrieden fallen.


Die tollen Schweinchen vom Gartenzwerg haben mich von Anfang an begeistert. Es ließ mir keine Ruhe, meine Geburtstagsgeld brannte in meiner Tasche, es wollte ausgegeben sein.
Nach ein paar Wochen und kurzem Briefwechsel mit dem Zoll sind die kleinen Schweine dann bei mir angekommen. Im Keller stand noch Mandelöl kurz vor dem MHDdatum, mehr Gründe braucht man dann nicht, um schnell ein paar Marzipanschweinchen herzustellen.
aber bitte nicht essen!
2/3 Mandelöl, 1/3 Kokosöl
angerührt mit Mandelmilch, flüssige Seifenfarbe rot und PÖ Marzipan
Man sollte einen Warnhinweis anbringen, sie sehen wirklich lecker aus und duften nach Marzipan.
Beim nächsten Ausprobieren werde ich aber ein anderes Rezept nehmen, das sich besser ausformen lässt.

Denn großen Schreck mit dem Ende des Naturseifenforums haben wir GsD mit der superschnellen Hilfe von Rea und Carsten sehr schnell überwinden können, an dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür. Wer das neue Forum noch nicht kennt, hier der Link Seifentreff.

Ich wünsche euch allen noch eine schöne restliche Adventszeit. Morgen werde ich noch schnell Kekse backen, der Teig ist schon angerührt und ruht erst einmal. Weihnachten ohne Kekse das geht doch gar nicht.



Andrea

TSCHÜß!